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Der erste Abschuß
Am 15.01.2002 wurde KG51 offiziell als Staffel registriert.

 Wie nicht anders zu erwarten war, kam es wenig später zum ersten Abschuß - allerdings war die Maschine, die diesen Abschuß erzielte ungewöhnlich: Es war ausgerechnet eine Junkers "Tante Ju" Ju-52-Transportmaschine  [gesteuert von ratte-] , die mit Fallschirmjägern unterwegs war.

„Höhe?“
„200 Meter und stabil Herr Leutnant“
„Kurs?“
„060 und stabil“
„Achtung Fallschirmjäger, hier spricht Leutnant Ratte-, wir nähern uns dem Absetzgebiet.“

Ein Blick aus der Kanzel bestätigten meine Befürchtungen. Etwa zwanzig Kilometer vor uns befand sich der Zielflughafen.... und die Flak war nicht ausgeschaltet! Mehrere unserer Jäger lieferten sich Kämpfe mit den aufgestiegenen Verteidigern, während um sie herum die Granaten der Flugabwehrkanonen explodierten.

„Gefreiter Braun, wie ist der Status von Recon-?“
Der Junge am Dachgeschütz drehte seinen Kopf und suchte den Himmel ab. Recon- flog die Ju 52 hinter mir mit dem zweiten Teil des Absetzkommandos. Ich hatte seid einigen Minuten keine Meldung mehr von ihm erhalten.

„Türen auf!! Viel Glück Jungs, es geht in 50 Sekunden los!“
Feldwebel Hansen gab seinen Soldaten einige letzte Anweisungen während wir unseren Anflug weiter fortsetzten. Ich bemerkte erste Flakgranaten um uns aufblitzen.

„Recon- brennt Herr Leutnant, ich glaube er stürzt ab! Verdammt das sieht nicht gut aus. Achtung Yak hinter uns, sie kommt näher!“

So war das also, erst ihn dann uns. Das Feuer des Maschinengewehrs hinter mir bestätigte die Situation. Ich vertraute auf den Überlebenswillen der Geschützbedienung und setzte den Anflug fort. Ich konnte Jetzt die Leitstelle und Geschütze des Flughafens sehen, konnte die Männer erkennen wie sie ihre Waffen ausrichteten und Feuer löschten, es war ein Inferno.

Während ich versuchte nicht daran zu denken wie leicht mein Flugzeug vom Boden aus zu treffen war setzte plötzlich der rechte Motor aus.

„Wir haben Treffer in der rechten Tragfläche, der Motor ist aus, Hansen, raus hier sofort!!“
Ich riß das Flugzeug in eine Rechtskurve und versuchte dabei nicht noch mehr Höhe zu verlieren. Während das Flakfeuer um uns herum noch weiter zu nahm hörte ich das Brüllen des Absetzers der die Männer antrieb so schnell wie möglich abzuspringen.

„Gesehen, dich krieg ich du Hund!“ Gefreiter Müller, der Schütze des rechten Maschinengewehrs eröffnete das Feuer. „Sie brennt, Mist, jetzt ist sie vorbei.“
Und oh wie wahr, an meinem Fenster trudelte eine brennende Yak vorbei, dem Boden entgegen nur um in einiger Entfernung zu explodieren.
Mit einem Blick versicherte ich mich davon das alle Fallschirmjäger das Flugzeug verlassen hatten und schlug einen Kurs zum nächsten befreundeten Flughafen ein.

Doch die Treffer in Flug.- und Leitwerk machten sich immer mehr bemerkbar. Ich konnte die Maschine kaum noch halten und entschloß mich zu einer Notlandung.
Nach der Landung stellte ich fest das Braun leblos neben seiner Waffe lag. Der neben ihm kniende Absetzer versuchte noch immer die Blutungen zu stillen, doch es war klar das kein Arzt dem jungen Soldaten rechtzeitig würde helfen können. Ich hatte die Treffer im Geschützturm in der Hektik gar nicht wahrgenommen, hatte nicht gemerkt wie der junge Mann hinter mir gestorben war, aber mir war klar das er, mit der Entdeckung des Jägers, uns das Leben gerettet hatte.

Als ich Tage später mit den Überlebenden des Einsatzes im Fliegerhorst eintraf und die Lagekarte betrachtete stellte ich fest das der Flughafen noch immer in feindlicher Hand war. In Gedanken sah ich die Gesichter der Fallschirmjäger, des Gefreiten Braun und fragte mich wozu das alles.
„ Herr Leutnant, die Einsatzbesprechung beginnt in 15 Minuten, wenn sie sich bitte etwas frisch machen würden?!“ Hinter mir stand unser Staffelkapitän und sah mich an. „Wir müssen ihrem Opfer einen Sinn geben, lassen sie es nicht umsonst gewesen sein.“

„Jawohl Herr Hauptmann, in 15 Minuten!“ Mit einem Gruß drehte ich mich um und ging zu meinem Quartier.

geschrieben am 15.01.2002 von ratte-